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An die Spielsachen erinnern sich alle

Seit 100 Jahren gehen die Kinder von Ewersbach in den evangelischen Kindergarten • Von Katrin Weber

Dietzhölztal. Der evangelische Kindergarten in Ewersbach feiert Geburtstag: In 100 Jahren hat sich die Einrichtung »Von der Kleinkinderpflege bis zur Kindertagesstätte« entwickelt.

Zehn Frauen und Männer berichteten über ihre Zeiten in dem Kinderhort in Ewersach – sie besuchten in zehn Jahrzehnten die Einrichtung. »Damals gab es, genau wie heute, auch schon kleine Stühle, aber nur sehr wenige Spielsachen. Der Höhepunkt des Angebots war eine große Murmelbahn«, erinnerte sich Günter Steinmüller. Er ging vor knapp 65 Jahren in den Ewersbacher Kindergarten. Da habe es noch eine Dunkelkammer gegeben, in der man ein paar Minuten verbringen musste, wenn man nicht artig gewesen sei.

Bei manchen Berichten der Ehrengäste aus den vergangenen zehn Jahrzehnten mussten die jungen Zuhörer schmunzeln.

Viel gesungen und gespielt hatten die Kinder, die vor mehr als 80 Jahren die Einrichtung besuchten. Dies berichtete Luise Kreck. Außerdem seien damals keine Autos auf den Straßen gefahren, und als Kind habe man gedacht, dass »das Christkind in dem Wasserbassin wohnt.« Immer wenn dort Nebel aufgestiegen sei, hätten die Eltern gesagt, dass das Christkind Plätzchen backt. Als Paula Steinmüller in den Kindergarten ging, hieß dieser noch »Kleinkinderpflege« und wurde von etwa 30 Mädchen und Jungen besucht. Erzieherinnen habe es vor gut 90 Jahren nicht gegeben – Diakonissen hätten sich um die Kinder gekümmert. Vor 50 Jahren wurden die Ewersbacher Kinder noch in einem Raum des Gemeindehauses betreut, erläuterte Karin Klingelhöfer. »Draußen spielen – das war für uns im Treppenhaus umherlaufen und das Treppengeländer runterrutschen. Toll war vor allem, wenn der Kasper mal da war.«

An ein Prinzessinnen-Kostüm, das sich die Mädchen mühsam ergattern mussten, hat Katja Dintelmann-Kroha beste Erinnerungen: »Das war schon toll, wenn ich das tragen durfte.« Außerdem seien die Gruppen damals noch nach dem Alter der Kinder eingerichtet gewesen. Etwa 15 Jahre ist es her, dass Louisa Sterzik in der Einrichtung spielte, bastelte und sang. Am liebsten erinnere sie sich an ein rotes Dreirad. »Das gibt es heute noch«, antwortete Anette Müller, Leiterin der Kindertagesstätte.

Vor knapp zehn Jahren war bei Jan Stenger ein Rollbrett der Renner unter den Spielzeugen im Kindergarten: »Ich kann mich erinnern, dass mein Vater mir so ein Rollbrett gebaut hat, damit ich damit auch nach Hause fahren konnte.« Bei der Frage nach dem Lieblingsspielzeug zögerte Collin Wege. »Ich weiß es nicht genau«, sagte er. Denn es sei alles gut. Collin ist einer von aktuell 85 kleinen Besuchern in der Einrichtung. Im Sommer wird ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Festwochenende gefeiert. Den Geburtstagskuchen gab es bereits. Derzeit können Besucher an einer Bilderwand alte Aufnahmen aus dem Kindergarten sehen.